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Ein bisschen Geschichte zu unserer Nikolaus- und Krampuspflege
Die Bedeutung unseres Namens: Sighartinger Schlossteufeln
Sigharting am Fusse des Sauwaldes sind wir zu Hause und unser Ort wird durch unser wunderschönes Schloss verschönert,
darum der Name Sighartinger Schlossteufeln
KRAMPALN Innviertler Ausdruck für Krampus;
("Krampn" bedeutet alt, vertrocknet, unansehlich )
Aus mündlicher Überlieferung wissen wir, dass man seit über 120 Jahren am 5. Dezember immer einige zottelige Gesellen im Dorf antraf. Die Funktion des Krampal hat sich im Lauf der Jahre ein wenig geändert, früher war er das greifbare Wesen, das den St. Nikolaustag mit Kettengerassel schon mancherorts seit Martini (11. November) ankündigt. Die Hausbesuche des Hl. Nikolaus haben sich erst um 1950 eingebürgert, und der Krampal durfte nur mehr auf Befehl des Hl. Nikolaus die Kinder bestrafen.
Auch das Erscheinungsbild des Krampal hat sich in letzter Zeit sehr geändert. Waren es meist selbst gebastelte oder auch Gummimasken, so sind es seit kurzem, gross teils selbst geschnitzte Holzmasken. Die Jeans, mit Fellresten beklebt und eine alte Schaffelljacke haben ausgedient und wurden gegen Fellanzüge getauscht.
Sinnlose Gewalt, wie sie anderorts teilweise gesät wird, liegt nicht in unserem Interesse, es ist uns ein Anliegen Brauchtum und Tradition zu erhalten und an unsere jungen Mitglieder weiterzugeben.
Die Philosophie der Sighartinger Schlossteufeln ist es, den Kindern die Scheue und Angst der Perchten zu nehmen.
Weiters sei noch erwähnt, dass unsere Einnahmen in Ausrüstung, Organisation usw. investiert werden, und wir danken unseren Gönnern für die Unterstützung.
Einige erklärende Worte über Nikolaus, Krampus, Perchten, Teufeln usw.
Bischof Nikolaus:
Am 5. und 6. Dezember wandert nach altem Brauch in Dörfern und Städten der hl. Nikolaus von Haus zu Haus. Er richtet an groß und klein seine Mahnworte, und wo es sein muss, tritt der Krampus, der finstere Begleiter des heiligen Mannes, hervor und straft mit seiner langen Rute.
Das Vorbild unseres heutigen Nikolaus aber wurde in der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts in Lykien, einer Landschaft Kleinasiens, als einziger Sohn frommer Christen geboren.
Kaum herangewachsen, machte es sich der junge Mann zur Aufgabe, das von seinen früh verstorbenen Eltern ererbte Vermögen den Armen zu schenken, ohne dass die Bescherten wissen sollten, woher die Gaben kämen.
So ist bekannt, der er drei Mädchen, die wegen ihrer Armut keinen Freier fanden, der Reihe nach, heimlich nachts einen Goldbeutel ins Zimmer geworfen hat. Bald darauf wurde Nikolaus Bischof von Myra.
Der Krampus:
Der Krampus (von altdeutsch Krampen = Kralle) ist im bayerisch-/österreichischen Weihnachtsbrauchtum und auch in Ungarn und Teilen Kroatiens eine männliche Schreckgestalt in Begleitung des heiligen Nikolaus. Oft wird der Krampus mit dem Knecht Ruprecht gleichgesetzt, wobei aber kleine Unterschiede zwischen diesen beiden Figuren existieren.
Ursprünglich war der bärtige und vermummte Begleiter des heiligen Nikolaus, dessen Festtag, der 6.12. vielerorts schon im Mittelalter als Beschertag für die Kinder begangen wurde. Auch als Ruprecht, Knecht, Nickel, Klaubauf (Tirol und Oberbayern), Pelznickel, Pelzmäntel, Hans Muff, Hans Trab (Elsaß), oder Krampus in Österreich, zog er in pelzbesetzter Kleidung, meist mit einer Rute in der Hand und einem Sack voller Geschenke über der Schulter, von Tür zu Tür.
Der Krampus war im 19. und 20. Jh. Schreckgestalt mit geschwärztem Gesicht. Man drohte den Kindern, dass er die unartigen Kinder aufglaubte um Sie zu verprügeln. Vielerorts, wird heute den Kindern mit Sprüchen wie „wenn du nicht brav bist kommt bei dir der Krampus und nicht der Nikolaus“ damit gedroht, damit sie sich wieder brav verhalten. So ist das teilweise in Bayern und Tirol heute noch üblich.
Die Percht:
Schon in vorchristlicher Zeit war der 4. Dezember ein besonderer Tag. Frau Holle, Bertha, Frau Perchta, Holda und andere verzauberte Gestalten erschreckten an diesem Tag die Menschen. Perchta, auch Berchta, Bercht oder Bertha genannt, gilt als die süddeutsche Ausprägung der mitteldeutschen Frau Holle.
Die Bräuche um Holle und Perchta bildeten einst einen besonders reichen Teil des deutschen Volksglaubens. „Holle und Perchta waren ursprünglich vielleicht Glieder einer ganzen Dämonenhorde, traten aber allmählich als Einzelwesen auf. Das Hauptgebiet der Perchta ist Oberdeutschland, besonders Bayern, auch Österreich und die Schweiz“. Beiden gemeinsam ist der Mythos, dass sie aus der umherziehenden Geisterschar der Raunächte entsprungen seien und dass sie die Anführer des Heeres der toten Seelen und der ungetauft Verstorbenen wären. Es wird bei all diesen Mythen immer wieder deutlich, dass Holle und Perchta im Sommer schön und im Winter hässlich sind.
Die Sommerliche, fruchtbare Holle zieht sich im späten Herbst zurück und die alte Holle, die struppige, böse Schreckensgestalt mit den großen Zähnen führt von nun an ihr winterliches Regiment. Sie hütet die zarten Keime unter der Erde und sorgt für eine schützende Schneedecke. „Holle ist aber auch mit dem winterlichen Wind verbunden, der die Schneeflocken umherwirbelt, die Wolken jagt, im Ofen heult, poltert und rumort“. In vielerlei Hinsicht ist sie im Winter geheimnisvoller als zu den übrigen Jahreszeiten, sie wirkt im Winter auch den Menschen näher. „Während der zwölf Nächte pflegt sie diejenigen, die ihr die Ehrfurcht schuldig bleiben, zu foppen und zu ärgern. Ehrerbietung dagegen weiß sie zu der Zeit besonders reich zu beschenken“.
Die Dämonisierung der Percht, die als Anführerin der Seelen totgeborener und ungetauft verstorbener Kinder galt, geht auf christlichen Einfluss zurück. Ebenso sind auch die umherziehenden Seelen einerseits zu Engeln geworden, andererseits zu Dämonen.
Besonders lebendig trat der Glaube an Frau Percht in verschiedenen Bräuchen der Raunächte zutage. Am „Bachltag“ (Heiligabend) wurde ängstlich darauf geachtet, dass der Rocken abgesponnen, dass Haus und Hof peinlich gesäubert und das Vieh früher als sonst versorgt war – bei Dunkelheit vom Brunnen geholtes Wasser galt als gefährlich, denn da waren ja in dieser Nacht schon die bösen Geister unterwegs.
Der Stall wurde sorgfältiger als sonst verwahrt und Stroh auf seine Schwelle gestreut, sonst fände man am nächsten Morgen am Bauch der Ziegen und Schafe runde Stellen des Felles ausgeschoren und das abgeschorene Fell fiele in den Eiskörnern sommerlicher Hagelwetter wieder zu Boden.
Perchten waren in schwarze Schaffelle gehüllt, hatten zu Hauben genähte Dachsfelle auf dem Kopfe und holzgeschnitzte Masken mit groben menschlichen Gesichtszügen, langen Zähnen, Hörnern oder solche von fabelhaften Tieren mit Schnäbeln und Borsten oder beweglichen Kiefern vor dem Gesicht. Alle aber trugen an ihren breiten ledernen Gürteln kleine und grössere Schellen, oder viele kleine gegossene Glocken. Ihr Erscheinen verhiess ein segensreiches und fruchtbares Jahr.
So wir hoffen euch einen kleinen Einblick in die Brauchtumsgeschichte von Nikolaus, Krampus und Percht gegeben zu haben. Aber vielleicht sehen wir uns dieses Jahr, wenn wir wieder kommen, aus unseren Verstecken, aus den Tiefen des Waldes um unser Unwesen von Ende November bis 5.Januar zu treiben.
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